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Ratgeber


Anschaffung - Informationen zur Anschaffung von Kaninchen

Nach Katze und Hund sind Kleintiere die beliebtesten Haustiere der Deutschen. Kaninchen und Meerschweinchen sind vor allem bei Kindern sehr beliebt. Doch leider wird noch immer ein falsches Bild von Kleintieren vermittelt. Käfighaltung, Trockenfutter und Einzelhaltung sind oft an der Tagesordnung. Kaninchen sind sehr soziale Tiere, die nicht alleine gehalten werden sollten. Auch wenn wir uns täglich 4 Stunden mit ihnen beschäftigen, ist das Kaninchen dennoch 20 Stunden allein. Kaninchen kuscheln zusammen, unterhalten sich, putzen sich gegenseitig und spielen gemeinsam. Ein Mensch kann einen Kaninchenpartner nicht ersetzen.

Es gibt mehrere Wege, um sich Kaninchen anzuschaffen. Die Tiere werden im Zoohandel angeboten, können beim Züchter erworben werden oder warten in Tierheimen auf ein neues Zuhause. Kaninchen sollten nicht im Zoohandel, in Baumärken oder ähnlichem gekauft werden, denn damit wird die Massenzüchtung unterstützt, bei denen die Tiere oft krank sind oder unter schrecklichen Bedingungen leben müssen. Beim Züchter kann man eine gute Beratung erhalten, dennoch sollten Sie sich die Tiere genau angesehen, ob sie äußerliche Auffälligkeiten wie tränende Augen, Kot am Po oder eine feuchte Nase haben und ob sie Auffälligkeiten im Verhalten zeigen. Weiterhin befinden sich viele Anzeigen in Zeitungen oder auf Angebotsportalen, bei denen die Kaninchen, die oft schon zahm sind, abzugeben sind.

Eine gute Möglichkeit, sich Kaninchen anzuschaffen, ist der Besuch in Tierheimen, denn oft warten dort Tiere schon seit längerer Zeit auf ein neues schönes Zuhause. Auch gibt es da bereits Pärchen oder Gruppen, die schon zusammenleben und miteinander harmonieren.

Kaninchen sollten auf keinen Fall allein gehalten werden. Es gibt mehrere Varianten der Haltung: als Pärchen, 2 Weibchen, 2 Rammler, eine Dreiergruppe aus 2 Weibchen und einem Rammler usw. Welches die beste Kombination ist, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Es gibt Tiere, die einfach nicht mit einander auskommen. Daran sollte man nicht scheitern, sondern versuchen, ein anderes Partnertier zu finden.

Um mehr Kaninchenleid zu vermeiden und um keine bösen Überraschungen zu bekommen, sollten die Rammler kastriert sein. Kaninchen werden etwa ab der 12. Lebenswoche geschlechtsreif. Bei einer Kastration ab diesem Lebensalter sollten die Rammler ca. 6 Wochen von den Weibchen getrennt sein. Es gibt noch die Form der Frühkastration, bei der die Kastration früher möglich ist und so eine Trennung nicht notwendig wäre. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt.

Das Bekanntmachen von fremden Kaninchen nennt man Vergesellschaftung und ist manchmal keine so einfache Sache. Man braucht einen neutralen Boden, den noch keiner der Tiere kennt und genug Platz, damit sie einander ausweichen können. Nicht selten fliegt dabei viel Fell und es kann mehrere Tage dauern, bis sie sich aneinander gewöhnt haben und in das gemeinsame Zuhause einziehen können.

Bevor die Kaninchen einziehen, sollten einige Vorbereitungen getroffen werden. Zunächst brauchen die neuen Hausbewohner ein artgerechtes Gehege. Handelsübliche Käfige können die Anforderungen nicht erfüllen. Sie sind zu klein und sind eher ein Gefängnis als ein Zuhause. Weiterhin benötigen sie eine entsprechende Einrichtung, wie ein Häuschen oder andere Unterschlupfmöglichkeiten, damit sie sich auch mal zurückziehen können. Außerdem werden Näpfe für Futter und Wasser, Toiletten als auch Spielzeug, Röhren oder ähnliches benötigt, damit den Fellnase nicht langweilig wird. Achten Sie auf eine kaninchengerechte Einrichtung!

Sind die Kaninchen eingezogen, dauert es eine Weile, bis sie sich eingewöhnt haben und zutraulich werden. Geben Sie ihnen die Zeit! Viele Tiere mögen es nicht, hoch genommen zu werden. Haben sie genug Vertrauen gefasst, nähern sie sich von ganz allein. Und als kleiner Tipp: die Liebe eines Kaninchens geht durch seinen Magen - Erbsenflocken sind dabei ein klassisches Hilfsmittel.

Als Einstreu für das Gehege sind Sägespäne, Stroh, Heu und Holzpellets gut geeignet. Achten Sie darauf, dass das Einstreu nicht so staubig ist, da Kaninchen eine empfindliche Nase haben. Katzenstreu ist nicht zu empfehlen, da die Gerüche nicht gebunden werden. Außerdem könnte es gefressen werden. Wasser sollte in Näpfen angeboten werden, da diese Form die natürlichste darstellt.

Checkliste Anschaffung:

Haltung - Informationen zur Haltung von Kaninchen

Ein Käfig stellt keinesfalls eine artgerechte Haltung dar. Kaninchen sind Fluchttiere, verstecken sich gern, rennen und schlagen Haken, wenn sie sich freuen. All das können sie in einem Gitterkäfig nicht.

Die Haltung hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Es wird sich vielmehr um das Wohl des Tieres Gedanken gemacht. Und das ist auch gut so, denn es ist ein Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen, die oftmals unterschätzt werden.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, wie viel Spaß es macht, den Kaninchen beim Rumtoben zuzusehen. Sie necken einander, jagen sich spielerisch oder mausen dem anderen das Essen weg. In einem Käfig vegetieren die Tiere vor sich hin und langweilen sich. Ihren Unmut bringen sie zum Beispiel durch Gitternagen zum Ausdruck. Dann kann das Kind im Kinderzimmer nicht mehr schlafen und das Tier muss weg. Aber so muss es nicht sein.

In einem artgerechten Zuhause fühlen sich auch die Kaninchen wohl und sind ausgeglichen. Das wichtigste dabei ist das Gehege. Verstärkt lässt sich bei der Innenhaltung feststellen, dass einige ihren Kaninchen ein Zimmer oder die ganze Wohnung dauerhaft zur Verfügung stellen. Jedoch geht das nicht bei jedem Kaninchen. Manche neigen dazu, Möbel oder Tapeten anzunagen oder sind nicht stubenrein. Eine passable Lösung ist hier ein Gehege mit genug Platz zum Toben, wenn die Kaninchen allein zuhause sind. Als Richtwert werden 2 m² pro Kaninchen empfohlen. Handelsübliche Ställe in dieser Größe sind oft schwer zu finden. Mit unseren Gehegen, die wir individuell für die Kunden anfertigen, ist das kein Problem. Wir passen die Länge, Breite und Höhe genau nach Ihren Vorstellungen und Platzangebot an. Wir wissen, dass es nicht jedem Halter möglich ist, ein Gehege in der Größe von mindestens 4 m² seinen Kaninchen zur Verfügung zu stellen. Wir sind fest davon überzeugt, dass auch ein kleineres Gehege für zwei Kaninchen ausreichend sein kann, wenn die Kaninchen täglich zusätzlichen mehrstündigen Auslauf bekommen. Daher werden alle unsere Gehege mit einem Tür-Element versehen, so dass die Kaninchen gemütlich rein- und rauslaufen können.

Bei dem Auslauf in Innenhaltung ist auch einiges zu beachten. Die Räume, in denen sich die Kaninchen bewegen, sollten nagersicher gestaltet sein, z.B. Kabel sollten gut versteckt werden, genauso sollten Toilettenkisten sowie einige Versteckmöglichkeiten aufgestellt werden. Dazu eignen sich Kaninchenbehausungen aus Holz sehr gut, da die Häuser angenagt werden können, ohne dass den Kaninchen etwas passiert. Zu empfehlen ist hierbei Kiefern- oder Fichtenholz. Damit es den Kaninchen nicht langweilig wird, sollte genug Beschäftigung vorhanden sein. Zu nennen hierbei wären zum Beispiel Buddelkisten, die mit Sand, Erde, Decken, Einstreu, Blätter befüllt werden können. Kaninchen haben einen natürlichen Buddeltrieb und hierbei viel Spaß haben. Geeignet sind auch Rascheltunnel, Kuschelbettchen oder anderes geeignetes Spielzeug. Weiterhin werden Holzbeine, andere Möbel als auch Tapeten gerne angefressen, jedoch können sie mit Zweigen oder ähnlichem abgelenkt werden. Beobachten Sie Ihren Liebling, damit Sie solches Verhalten feststellen und gegenwirken können.

Kaninchen bevorzugen einen weichen, rutschfesten Untergrund. Für Innenhaltung gut geeignet und für die Fellfüßchen angenehm sind Teppiche, Rasenteppiche oder PVC-Belag.

Viele Kaninchen mögen es nicht, hoch genommen und gekuschelt zu werden. Wenn man ihnen Zeit gibt und ihr Vertrauen gewonnen hat, kommen viele von allein und wollen gestreichelt werden. Bitte heben Sie Ihre Kaninchen nur hoch, wenn es sein muss, zum Beispiel für die Fellpflege, Krallen schneiden oder Untersuchungen.

Die Anschaffung eines Kaninchens ist eine langfristige Entscheidung. Bei guter Haltung können sie 10 Jahre oder älter werden.

Ernährung - Informationen zur Ernährung von Kaninchen

Kaninchen sind Frischköstler. Die artgerechteste Ernährung für Kaninchen stellt daher Frischfutter dar. Unsere Hauskaninchen sind Folivore, das heißt, dass der Hauptbestandteil der Ernährung aus dem blättrigen Teil von Gräsern und Kräutern besteht. Kaninchen bevorzugen und benötigen eine rohfaserreiche, aber fett- und proteinarme Kost. Zweige sind für die Fütterung geeignet, aber Vorsicht: einige sind giftig! Gut verträglich sind z.B. Apfel, Birke, Birne, Brombeere, Hasel, Heidelbeere, Himbeere, Kirsche, Linde, Pfirsich, Stachelbeere oder Weide.

Handelsübliches Trockenfutter ist ungesund und unnatürlich. Geeignet sind frische Wiesengräser, frische und getrocknete Kräuter. Wer keine Wiese in der Nähe hat, kann auf Gemüse wie Salate, Kohl und andere Gemüsearten zurückgreifen. Zudem sollte Heu in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen. Obst darf auch ab und zu gefüttert werden, besonders im Herbst.

Auch bei der Ernährung gibt es einiges zu beachten: wurden die Kaninchen z.B. vorher nur mit Trockenfutter gefüttert, muss eine langsame Futterumstellung zu Frischfutter erfolgen, da sonst Durchfallgefahr besteht. Auch sollten Kohlarten langsam angefüttert werden, da eine zu schnelle Umstellung zu Aufgasungen führen kann. Für Kaninchen, die handelsübliches Trockenfutter bekommen, ist Kohl unverträglich. Außerdem sollte Wasser immer unbegrenzt zur Verfügung stehen. Am besten wird es in einem standsicheren Keramiknapf angeboten. Nippeltränken sind als alleinige Wasserquelle ungeeignet.

Kleines Kaninchen ABC:

Gemüseliste:

Blattspinat – ja, beliebtes Futtermittel, aber aufgrund des hohen Säuregehalts in einer guten Mischung mit anderen Gemüsesorten

Blumenkohl – ja, Knolle als auch Blätter, sehr beliebt und gesund, aber langsam anfüttern

Brokkoli – siehe Blumenkohl

Chicoree – ja, ideales und blattreiches Futter, gut auch für kranke Kaninchen oder empfindlicher Verdauung

Chinakohl, Pak Choi – ja, gut verträglich, aber wie andere Kohlarten langsam anfüttern

Eisbergsalat – ja, aber die äußeren Blätter abmachen wegen Düngemitteln

Endiviensalat – ja, gut für die Fütterung geeignet

Feldsalat – ja, ist ein klassischer Wintersalat

Fenchel – ja, sehr gut als Futtermittel geeignet, gut bei Verdauungsproblemen

Futtermais – ja, aber in geringen Mengen, da er sehr energiereich ist

Gurke – ja, aber warm abwaschen, kann in großen Mengen zu Matschkot führen

Kohlrabi – ja, Knolle als auch Blätter, aber nur in kleinen Mengen und langsam anfüttern

Kopfsalat – ja, aber die äußeren Blätter abmachen wegen Düngemitteln

Knollensellerie – ja, Knolle und Blätter

Möhren – ja, wird von vielen Kaninchen gern gemocht und ist gut verträglich, auch das Grün

Paprika – ja, wird von Kaninchen gemocht, besonders das weiß im Inneren, aber den grünen Strunk entfernen

Pastinake – ja, gut verträglich, fördern Gesundheit und Verdauung

Radicchio – ja, kann gut gefüttert werden, ist kein Kohl, äußeren Blätter entfernen

Rucola – gehört zu den Kohlarten und ist leicht scharf, langsam anfüttern

Romana – ja, aber die äußeren Blätter abmachen wegen Düngemitteln

Rote Beete – ja, nur in kleinen Mengen wegen dem hohen Säuregehalt, Blätter sind gut für die Fütterung geeignet

Spitzkohl, Weißkohl, Wirsing – ja, aber gehört zu den Kohlarten und sollte langsam angefüttert werden

Zucchini – ja, kann angeboten werden


Obstliste:

Apfel – ja, wirkt positiv auf die Verdauung, besser ohne Kerne

Aprikose – ja, für die Fütterung geeignet

Banane – ja, aber extrem stärke- und zuckerreich, nur gelegentlich

Birne – ja, gut für die Fütterung geeignet, besser ohne Kerne

Erdbeere – ja, wird gelegentlich angenommen, auch ganze Pflanze zur Fütterung geeignet

Hagebutte – ja, gut verträglich, auch getrocknet

Heidelbeeren – möglich, werden in kleinen Mengen vertragen

Himbeere – ja, ab und zu, werden in kleinen Mengen gefressen

Honigmelone – ja, stark zuckerhaltig, bieten an heißen Sommertagen eine gute Erfrischung

Johannisbeere – möglich, werden aber nicht gern gefressen, auch ganze Pflanze zur Fütterung geeignet

Kirsche – in kleinen Mengen, ohne Kerne

Kiwi – ja, in kleinen Mengen verträglich und beliebt

Mango – ja, wird gern gefressen, ohne Schale und Kerne

Nektarine – ja, ist verträglich, ohne Kerne

Pfirsich – ja, ist verträglich, ohne Kerne

Stachelbeeren – ja, ab und zu

Wassermelone – ja, gute Erfrischung an heißen Sommertagen

Weintrauben – ja, als Fütterung gut geeignet

Zitrusfrüchte – nur in kleinen Mengen aufgrund des hohen Fruchtsäuregehaltes

 

Frische Kräuterliste:

Basilikum – wird gern gefressen, wirkt appetitanregend, krampflösend, verdauungsfördernd, beruhigend, entzündungshemmend

Dill – ja, wird von Kaninchen geliebt, wirkt appetitanregend, verdauungsfördernd, beruhigend

Kamille – wird gelegentlich in kleinen Mengen gefressen, wirkt antibakteriell, beruhigend, entzündungshemmend, krampflösend, schmerzlindernd

Petersilie – sehr beliebt, wirkt appetitanregend, beruhigend, verdauungsfördernd

Pfefferminze – wird meist gern gefressen, wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, appetitanregend, verdauungsfördernd

Salbei  wird gern gefressen, wirkt keimtötend, schmerzlindernd

 

Pflege - Informationen zur Pflege von Kaninchen

Bei Kaninchen müssen regelmäßig die Krallen geschnitten werden (alle drei bis 12 Wochen, je nach Wachstumsgeschwindigkeit und Haltung). Dafür können Krallenscheren im Handel erworben werden oder bei Unsicherheit macht das auch jeder Tierarzt. Weiterhin benötigen Kaninchen regelmäßig Impfungen gegen RHD1 und RHD2, Myxomatose und Kaninchenschnupfen. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Tierarzt!

Da der Fellwechsel für Kaninchen unter Umständen Stress bedeutet und um Haarballen im Magen zu vermeiden, können Sie dabei durch Kämmen oder Streicheln mit speziellen Fellhandschuhen unterstützen. Auch die Zugabe von Ölsaaten wie Sonnenblumenkernen oder Leinsamen kräftigen die Haare, so dass ein gesundes, glänzendes, neues Fell entsteht.

Auch sagt der Urin und die Köttel einiges über die Gesundheit der Tiere aus. Eine kleine Kaninchenapotheke bestehend aus Sab Simplex gegen Aufgasung oder Rodicare bei Verdauungsproblemen könnten nützlich sein, beugen aber nicht den Gang zum Tierarzt vor.

Als Zubehör eignen sich eine Krallenschere, eine Fellbürste, eine Waage, um das Gewicht zu kontrollieren, verschiedene Trockenkräuter, bestimmte Teesorten, eine Wärmeflasche oder eine Rotlichtlampe, eine Transportbox und alte Handtücher oder Decken.

Beobachten Sie Ihre Kaninchen immer. Wenn sie krank sind, stellen sie das Fressen ein oder zeigen andere Auffälligkeiten. Kaninchen sind sehr empfindliche Tiere und leiden leider leise, so dass eine schnelle und richtige Reaktion wichtig ist.

Sollte Ihnen etwas auffallen, zögern Sie nicht lange und gehen Sie zum Tierarzt!